Pressemitteilung vom 01. Juli 2010
SPD-Landtagsabgeordneter appelliert an Wirtschaft und Landespolitik / Heutige Aktionen der ver.di-Jugend in fünf baden-württembergischen Städten
Der Rastatter SPD-Landtagsabgeordneter und Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion, Gunter Kaufmann, erklärt sich in einer Pressemitteilung solidarisch mit den Anliegen der ver.di-Jugend Baden-Württemberg zur Azubi-Übernahme. Die ver.di-Jugend führt dazu am heutigen Donnerstag in fünf verschiedenen Städten in Baden-Württemberg, u.a. auch in Karlsruhe, diverse Aktionen durch.
Gunter Kaufmann appelliert an die Unternehmen und die Landesregierung, die berechtigten Wünsche der ver.di-Jugend und der jungen Menschen nach einer Übernahme ernst zu nehmen. Viele jungen Menschen müssten heutzutage damit rechnen, weder den Ausbildungsplatz zu bekommen, den sie wollen, noch einen Anspruch auf eine weiterführende Schule zu haben. Der Umstand, dass nach einer Umfrage des DGB lediglich ein Drittel der befragten Auszubildenden im letzten Jahr vor der Ausbildung eine sichere Perspektive im Ausbildungsbetrieb hat, über die Ausbildungszeit hinaus übernommen zu werden, ist bedenklich und darf so nicht akzeptiert werden, so der SPD-Parlamentarier.
Die Unternehmen seien nun in der Pflicht, dass sich der derzeit leichte Aufschwung nicht nur in der Zeitarbeitsbranche bemerkbar mache, sondern auch in regulärer, unbefristeter Beschäftigung, aber auch auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen hatten im letzten Jahr angekündigt, aufgrund der Wirtschaftskrise im Ausbildungsjahr ab Herbst 2010 Ausbildungsstellen einzusparen. Dieses kurzfristige Denken räche sich jetzt vielfach. Wer gestern Ausbildungsplätze gestrichen hat, so der Bildungsexperte, verschärfe den Fachkräftemangel von morgen.
Aber auch die Weiterbeschäftigung der Auszubildenden nach ihrer Ausbildung sei vielfach nur zeitlich befristet oder in Teilzeit, kritisiert Gunter Kaufmann. Angesichts des drohenden Facharbeitermangels müsste es jedoch auch im Interesse der Wirtschaft sein, jungen Menschen eine längerfristige Perspektive im Unternehmen zu bieten.
Gunter Kaufmann fordert allerdings auch die Unterstützung durch die Politik ein. Vielfach besteht der Wunsch der Auszubildenden nach der Ausbildung auch eine schulische Karriere, etwa an den Technikerschulen und Berufsoberschulen, drauf zu satteln. Meist stünden aber nicht genügend Klassen an diesen Schulen bereit, mahnt der Abgeordnete. Hier ist das Land in der Pflicht, die personellen und räumlichen Kapazitäten kräftig auszubauen.