
Pressemitteilung vom 15. August 2008
SPD-Landtagsabgeordneter Gunter Kaufmann und Bürgermeister Dieter Knittel zeigen sich befremdet über die Haltung der Schulbehörde
„Das Regierungspräsidium Karlsruhe gibt dem Wunsch von Eltern sowie der Schulleitung auf Aufnahme von Kindern aus Herrenalb und Hörden in das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Gernsbach nicht nach.“
Dieses mit Schreiben vom 30. Juli 2008 vorgelegte Ergebnis aufgrund einer Prüfung des Schulpräsidenten Dr. Werner Schnatterbeck vom Regierungspräsidium zeigt den Widerspruch auf, der derzeit die Schulleiter der allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg umtreibt. „Qualitätsoffensive Gymnasium“ – so war ein Schreiben betitelt, mit welchem Kultusminister Helmut Rau noch vor wenigen Tagen die Leiter der Gymnasien im Lande überraschte und gleichzeitig erfreute.
Der Rastatter SPD-Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann und der Gernsbacher Bürgermeister Dieter Knittel, die sich beide in einem Schreiben an das Regierungspräsidium Karlsruhe für die Interessen der betroffenen Eltern und Schüler als auch der Schulleitung des aufnehmenden Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gernsbach ausgesprochen hatten, zeigten sich befremdet über die Aussage der zuständigen Schulbehörde.
Einerseits lobe das Regierungspräsidium den erfolgreichen Einsatz bei der pädagogischen Profilierung der Schule und danke der Stadt Gernsbach als Schulträger für die Errichtung des Erweiterungsbaues sowie der Schulleitung für die deutlich erkennbare Umsetzung der zukunftsweisenden bildungspolitischen Vorgaben, andererseits sei man jedoch nicht bereit, die von der CDU/FDP-Landesregierung angekündigte Absenkung des Klassenteilers schon jetzt umzusetzen.
MdL Gunter Kaufmann und Bürgermeister Dieter Knittel können deshalb nur schwer nachvollziehen, weshalb im Vorgriff auf die im kommenden Jahr vorgesehene Änderung, dem Wunsch der Eltern und der Schulleitung auf Übernahme der jeweils vier Kindern aus Herrenalb und Hörden in die Eingangsklasse des Gernsbacher Gymnasiums, nicht bereits ab dem Schuljahr 2008/2009 entsprochen werden kann. Die betroffenen Eltern und der Gesamtelternbeirat haben daher die berechtigte Sorge, dass den betroffenen Kindern die Möglichkeit genommen wird, bessere Lernerfolge in kleineren Klassen des G8 zu erzielen.
Ob damit der Ermutigung durch den Kultusminister, „das pädagogische Potenzial des achtjährigen Gymnasiums auszuschöpfen“ durch die Schule Rechnung getragen werden kann, bleibe dahin gestellt. Die Begründung, dass keine weitere Zuweisung von Lehrkräften vorgenommen werden kann, ist irritierend. Hat doch die Landesregierung dieser Tage versprochen, den Schulen im Land mehr Lehrerstellen zur Verfügung zu stellen, so Gunter Kaufmann abschließend.