SPD und DGB fordern Ausbildungsplatzgarantie

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Umfangreiches Maßnahmenpaket für Ausbildung vorgestellt

Der pandemiebedingte Mangel an Ausbildungsplätzen und eine Ausbildung geprägt durch Lernen im Home-Office statt im Betrieb stellen Auszubildende derzeit vor große Herausforderungen. Um die Auszubildenden erfolgreich durch die Krise zu bringen, die Qualität ihrer Ausbildung zu sichern und Ausbildungsplätze auch für kommende Generationen zu sichern, fordern SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch und der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann eine Ausbildungsplatzgarantie im Rahmen eines Maßnahmenpakets für den Bereich der Ausbildung. 

„Die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt dürfen nicht auf dem Rücken der jetzigen Auszubildenden und kommender Generationen ausgetragen werden“, so Andreas Stoch. „SPD und DGB stehen gemeinsam für eine Ausbildungsplatzgarantie, jeder junge Mensch hat ein Recht auf einen Ausbildungsplatz.“ Um dies sicherzustellen müsse auch über die Einrichtung staatlicher Ausbildungsgänge nachgedacht werden. Für Auszubildende, die kurz vor den Abschlussprüfungen stehen, soll es eine zusätzliche und kostenfreie Prüfungsvorbereitung geben. „Und auch nach ihrem Abschluss dürfen die Auszubildenden aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage nicht durchs Gitter fallen. Deshalb müssen Gespräche zu einer Übernahmegarantie für Auszubildende geführt werden“, fordert Stoch. „Junge Menschen dürfen durch die Pandemie nicht in ihren Zukunftsaussichten beeinträchtigt werden“, appelliert Stoch.

Die SPD wird in einer neuen Landesregierung im engen Austausch mit den Gewerkschaften insgesamt die Anliegen der Beschäftigten angehen, die unter Grün-Schwarz auf der Strecke geblieben sind. „Die Interessen der Beschäftigten gehören wieder stärker in den Fokus der Landesregierung. Dazu gehören auch die Rahmenbedingungen für Ausbildungsberufe, die über die aktuelle Krise hinaus neu gedacht werden müssen“, kündigt Stoch an.

„In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich gesunken. 2020 hat sich die Situation noch einmal deutlich zugespitzt. Es wurden mehr als zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg abgeschlossen als im Vorjahr. Bei Weitem nicht alles davon ist auf die Coronapandemie zurückzuführen. Die duale Berufsausbildung ist ein zentraler Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg in diesem Land. Die fehlenden Ausbildungsplätze von heute sind der Fachkräftemangel von morgen. Von der zukünftigen Landesregierung erwarten wir die Ergreifung von Maßnahmen, um jungen Menschen auch in Zukunft eine gute berufliche Perspektive zu ermöglichen“, bekräftigt Martin Kunzmann. „Allen Jugendlichen muss auf jeden Fall der Eintritt ins erste Ausbildungsjahr möglich sein, in erster Linie in Unternehmen. Falls zu wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, muss das Recht auf Ausbildung über berufliche Schulen oder bei außerbetrieblichen Ausbildungsstätten sichergestellt werden. Ziel muss es aber sein, Anreize zu setzen, dass die Auszubildenden dann im zweiten Ausbildungsjahr in einen Betrieb wechseln können.“

Unser gemeinsames Maßnahmenpaket:

1. Ausbildungsgarantie – niemand ohne Ausbildung

Wir setzen uns für eine staatliche Ausbildungsgarantie ein und begegnen so auch dem Corona bedingten Rückgang von Ausbildungsplätzen. Wir appellieren dringend an die Unternehmen, auch weiterhin auszubilden. Niemand soll mehr ohne Ausbildung bleiben. Jugendliche dürfen infolge der Corona-Pandemie nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb muss alles dafür getan werden, dass es zu keinem weiteren Einbruch bei den Ausbildungsstellen kommt. Wir unterstützen staatliche Ausbildungsprämien für Betriebe, die trotz Umsatzeinbußen infolge der Pandemie weiter ausbilden und so Ausbildungsplätze sichern. Darüber hinaus ist die Einrichtung von Ausbildungsgängen denkbar, die staatlich organisiert und finanziert sind.

2. Besondere Unterstützung für Auszubildende vor Abschlussprüfungen

Die Auszubildenden, deren Abschlussprüfungen bevorstehen, brauchen aufgrund der Corona-Pandemie unsere besondere Unterstützung. Wenn Auszubildende im Homeoffice statt im Betrieb ausgebildet werden, brauchen sie eine zusätzliche und kostenlose Prüfungsvorbereitung. Dafür muss das Land gemeinsam mit den Kammern und beruflichen Schulen sorgen. Die Betriebe müssen die Auszubildenden freistellen, damit diese den verpassten Unterrichtsstoff nachholen können.

3. Berufliche Schulen nicht vergessen

Die Rahmenbedingungen für das Lernen in den berufsbildenden Schulen muss nachhaltig verbessert werden. Hierzu zählen insbesondere die personelle und technische Ausstattung, der Zugang von Schüler*innen zu Geräten wie Tablet oder Laptop und landesweite Lösungen für branchenspezifische sowie branchenübergreifende Software in den Berufsschulen. Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten der Lehrkräfte müssen ausgebaut werden.

4. Übernahmegarantie für Auszubildende

Wir wollen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften Gespräche über eine Übernahmegarantie für Auszubildende führen. Denn wir sehen Staat und Wirtschaft in der Pflicht, Auszubildenden in der Krise eine Perspektive zu geben. Dies gilt insbesondere für die Bereiche, in denen das tarifvertraglich bislang noch nicht geregelt ist.

5. Qualität der Ausbildung hochhalten

Die Qualität der Ausbildung muss auch während der Corona-Pandemie sichergestellt werden. An dieser Stelle dürfen keine Abstriche gemacht werden. Hierbei gilt es insbesondere, Unternehmen bei der Digitalisierung von Ausbildungsinhalten zu unterstützen.

 

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